Fernverkäufe Fehlerregularisierung

01.12.2021 : Mehrwertsteuer - Regelung für Fernverkäufe - Berichtigung von Fehlern, die französischen Unternehmern unterlaufen sind - Rescrit

 

Seit dem 1. Juli 2021, mit der Reform des Fernabsatzsystems, haben einige französische Unternehmen fälschlicherweise die französische Mehrwertsteuer auf ihre Verkäufe angewendet. 

Die Steuerverwaltung hat nun das Verfahren zur Berichtigung dieser Umsatzsteuer präzisiert (BOFiP News, 01/12/2021).

Denn wir erinnern uns: Unternehmen mit Sitz in der EU, die Waren an Privatpersonen und Nichtsteuerpflichtige in einem anderen EU-Mitgliedstaat verkaufen, müssen bis zu einer bestimmten Schwelle die Mehrwertsteuer zu dem Satz erheben, der in dem Land gilt, in dem sie ansässig sind.

Diese Obergrenzen lagen je nach Zielland bei 35.000 oder 100.000 EUR.

Für Transaktionen ab dem 1. Juli 2021 wurden diese Schwellenwerte für Fernverkäufe EU-weit auf 10 000 € pro Jahr harmonisiert. 

So muss ein französisches Unternehmen, das nunmehr Verkäufe von weniger als 10 000 € pro Jahr an Privatpersonen oder Nichtsteuerpflichtige aus anderen EU-Mitgliedstaaten tätigt, diese Umsätze der französischen Mehrwertsteuer unterwerfen. 

Wenn diese Schwelle überschritten wird, muss der Mehrwertsteuersatz des Ziellandes gelten. 

In diesem Fall kann das französische Unternehmen seine Situation über die zentrale Anlaufstelle ("OSS-IOSS" One-Stop-Shop - Import One-Stop-Shop) bereinigen, indem es dort seine Steuererklärung abgibt und die entsprechende Mehrwertsteuer zahlt, falls es irrtümlicherweise weiterhin den alten Schwellenwert angewandt hat.

Das Unternehmen kann sich auch im Zielland für die Umsatzsteuer registrieren lassen und dort eine Umsatzsteuererklärung abgeben, indem es die für Fernverkäufe in dem betreffenden Land fällige Umsatzsteuer erklärt und zahlt.

In Anbetracht dieser Reform konnten französische Händler fälschlicherweise französische Mehrwertsteuer auf alle ihre Verkäufe an Privatpersonen in einem anderen Mitgliedstaat berechnen, da sie irrtümlicherweise weiterhin die alten Schwellenwerte anwandten.

Wenn sie ihre Situation im Zielland regularisieren, befinden sich diese Unternehmen dann in einer Doppelbesteuerungssituation, da sie die französische Mehrwertsteuer auch an das Finanzamt gezahlt haben.

In einem Erlass vom 1. Dezember 2021 legte die Steuerverwaltung fest, dass diese Unternehmer Anträge auf Erstattung der in Frankreich zu Unrecht erhobenen Mehrwertsteuer stellen können, sofern ihnen beweiskräftige Belege für diese Fernabsatzgeschäfte sowie der Nachweis der Steuerzahlung in Frankreich und im Ausland beigefügt sind.

Die Verwaltung weist darauf hin, dass angesichts der unterschiedlichen Beitreibungsfristen in den einzelnen Mitgliedstaaten automatische Erleichterungsverfahren angewandt werden können (Artikel R 211-1 LPF).

Wenn der Unternehmer also eine Doppelbesteuerung ein und desselben Umsatzes nachweisen kann, kann die Frist für die Beantragung der Legalisierung länger sein als die gesetzlich vorgeschriebene Frist (bis zum 31. Dezember des Jahres, das auf die Zahlung der Mehrwertsteuer folgt).

Die ausländischen Steuerbehörden werden auch über den in Frankreich vorgenommenen Abschlag informiert.

Für Unternehmen kann sehr viel auf dem Spiel stehen.

 


 

 

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